Deragisch (2024): Auswirkungen der Freistellung von Zitterpappeln in einem subalpinen Bergwald
Bachelorarbeit von Livia Deragisch (ETH Zürich)
Zusammenfassung
In der Bachelorarbeit von Deragisch (2024) an der Professur für Waldökologie wurden die Auswirkungen der Freistellung von Zitterpappeln in Scharinas untersucht. Dabei standen Fluoreszenz-Indizes, sowie die produzierte Wurzelbrut, im Fokus der Analyse.
Zur Untersuchung der Unterschiede in den Fluoreszenz-Indizes zwischen freigestellten und eingewachsenen Zitterpappeln wurde die reflektierte Strahlung der Blätter mit einem PolyPen gemessen. Ergänzend dazu wurde die Wurzelbrut im Umkreis von zwei Metern um die Zitterpappeln gezählt, sowie deren Höhe und Zuwachs vermessen. Die Zitterpappeln wurden in zwei Hauptgruppen unterteilt: „freigestellte Zitterpappeln“ und „eingewachsene Zitterpappeln“. Bezüglich der Wurzelbrut wurde innerhalb der freigestellten Gruppe zudem zwischen lebenden und toten bzw. absterbenden Bäumen unterschieden.
Freigestellte Zitterpappeln wiesen höhere Werte für den CRI2 (Carotenoid Reflectance) Index und den NDVI (Normalized Difference Vegetation) Index auf, als eingewachsene Zitterpappeln. Dies deutet auf einen höheren Carotinoidanteil sowie eine gesteigerte Biomasse-produktion und Vitalität hin. Der ebenfalls höhere SR-Wert (Simple Ratio Index) bei freigestellten Zitterpappeln weist auf eine erhöhte Photosyntheseleistung sowie einen gesteigerten Wasserverlust hin.
Hinsichtlich der Dichte der Wurzelbrut zeigten sich zwischen freigestellt-lebenden und freigestellt-toten Zitterpappeln keine signifikanten Unterschiede. Allerdings war die Wurzelbrut um tote oder absterbende Zitterpappeln höher und wuchs schneller als jene um lebende Zitterpappeln. Dies dürfte mit der Reduktion des Pflanzenhormons Auxin zusammenhängen, welches in vitalen Zitterpappeln die Bildung von Wurzelbrut hemmt.
Die Forschungsarbeit betont die Bedeutung einer frühzeitigen Freistellung, um die Vitalität und Produktivität von Zitterpappeln zu fördern. Die Ergebnisse unterstreichen zudem das Potenzial dieser Baumart, künftig eine zentrale Rolle in den derzeit fichtendominierten Schutzwäldern zu übernehmen.